Seite auswählen

Auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni dieses Jahres zeigte Apple, wohin der Weg bei HomeKit diesen Herbst gehen wird, wenn iOS 11 erscheint. Wir sagen, wie Eve-Anwender von den zahlreichen Verbesserungen der Plattform profitieren.
Verteilt auf zwei Sessions widmeten sich Matt Lucas und Praveen Chegondi von Apples HomeKit Engineering Team den für Entwickler wichtigen Themen (Video nur im Safari-Browser) wie Protokoll-Erweiterungen, zusätzlichen Gerätekategorien und weiteren Verbesserungen an der Plattform. Gezeigt wurde auch, wie sich die für Anwender sichtbare Oberfläche verändert: Es wird neue Auslöser und neue Bedingungen geben, man wird Szenen mit einer festen Dauer, einmalig oder wiederkehrend aktivieren können, außerdem kommt die von vielen ersehnte Unterstützung für Steuerung über Anwesenheit.
Beispiele: Unter iOS 11 wirst du neue Regeln anlegen können, zum Beispiel: „Schalte die elektrische Zusatzheizung (über Eve Energy) ein an Werktagen (Montag bis Freitag) um 7 Uhr für 20 Minuten aber nur, wenn ich zuhause bin.“ Oder auch „Regele die Heizungen im Haus herunter (über Eve Thermo) auf 18 Grad, sobald der letzte Benutzer (Eigentümer und Gäste) das Haus verlassen hat.“

Schnelles Verarbeiten von Statusänderungen
Für Bluetooth-basierte HomeKit-fähige Geräte wie die der Eve-Familie spricht, dass sie aufgrund ihres sehr niedrigen Stromverbrauchs batteriebetrieben und daher überall einsetzbar sind. Was das Sicherheitsniveau der Kommunikation angeht, macht HomeKit dennoch keine Kompromisse.
Deshalb bemühen Bluetooth-Geräte unter iOS 10 und älter für die Aktivierung einer Szene über einen Wert-Auslöser den folgenden mehrstufigen Prozess: Ein Gerät meldet eine Statusänderung, weil eine Tür geöffnet oder geschlossen, eine Bewegung erkannt oder eine Temperatur-Änderung gemessen wird. Die Steuerzentrale (Apple TV 4 oder iPad im Modus Steuerzentrale) stellt darauf eine verschlüsselte und sichere Verbindung zum Gerät her, um zu erfahren, welcher Status sich wie verändert hat. Anschließend prüft sie, ob aufgrund der Änderung eine Regel ausgeführt werden muss. Je nachdem, welche Geräte, Steuerzentralen und Regeln hier zusammenspielen, kann das einige Sekunden dauern.

Ab iOS 11 können HomeKit-fähiges Zubehör und Steuerzentrale deutlich effizienter miteinander sprechen. Statt einer unspezifischen Benachrichtigung kann ein Gerät die tatsächliche Statusänderung direkt melden. Dabei wird ein zuvor individuell generierter Key verwendet, so dass es keinerlei Abstriche bei der Sicherheit der Kommunikation gibt. Das zeitintensive Rückfrage-/Antwortspiel entfällt also, und die Szene wird viel schneller ausgelöst. Hiervon profitieren beispielsweise Eve Door & Window und Eve Light Switch. Aber auch wer seine Beleuchtung über den Bewegungssensor Eve Motion steuert, wird die entsprechende Szene nach Erkennen von Bewegung nahezu ohne Verzögerung aktivert sehen. Elgato plant natürlich, diese Verbesserung zeitnah nach der Verfügbarkeit von iOS 11 über ein Firmware-Update für alle Kunden zur Verfügung zu stellen.

Zubehör-Kategorien, neue Protokolle, Authentifizierung und mehr
Auch auf Hardware-Ebene wird Apple mit iOS 11 einiges ändern.
– Mit Beregnungsanlagen und Wasserhähnen gibt es zwei neue Kategorien.
– Noch einfacher als jetzt werden sich Geräte dem Zuhause hinzufügen lassen. Bisher konnte man das neue Gerät aus einer Liste auswählen und dann über die iPhone-Kamera den HomeKit-Code einlesen. Dieses Verfahren war ohnehin schon konkurrenzlos schnell und einfach, aber künftig wird es noch besser. Die Auswahl aus einer Liste entfällt und es genügt, die Kamera auf den QR Code am Gerät zu halten, oder auch – bei mit NFC-Chips ausgestattetem Geräten – mit dem iPhone das Gerät zu berühren.
– Bislang  waren die HomeKit-Spezifikationen nur für Mitglieder des MFi-Programms verfügbar, nun reicht eine Mitgliedschaft im Developer-Programm. Erst wenn ein Produkt vermarktet werden soll, ist unverändert eine MFi-Lizenz notwendig. Wir gehen davon aus, dass diese „nachträgliche Legalisierung“ der ohnehin zahlreich vorhandenen Hardware-Basteleien zu spannenden Anwendungen führen wird und möglicherweise sogar neue Produktideen befördern wird.

Neue Timer, Auslöser, Bedingungen und Funktionen
Timer und Auslöser sind das Salz in der Suppe, erst mit ihrer Hilfe lässt sich das Connected Home intelligent steuern. Power User von HomeKit beklagten von Anfang an das in dieser Hinsicht begrenzte Repertoire der Plattform. iOS 11 wird vieles nachreichen, neue Auslöser, Events, Bedingungen und mehr.

Verbesserungen an Wert-Auslösern
– Timer lassen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt festlegen (Tag/Monat/Jahr, Stunde:Minute). Beispiel: Schalte am 24.12.2017 um 18 Uhr den Weihnachtsbaum ein
– Timer und Bedingungen anhand von Sonnenauf/-untergang lassen sich anpassen (z.B. “von 1h vor Sonnenaufgang bis 1h nach Sonnenuntergang“)
– Wertebereiche können als Auslöser verwendet werden (Minimum, Maximum oder ein bestimmter Wert innerhalb einer Werteskala). Beispiel: „Wenn die Temperatur im Wohnzimmer zwischen 25 und 28 Grad beträgt (Eve Degree, Eve Room), dann schalte die mobile Air Condition ein.“
Timer mit Sonnenauf/-untergang gibt es in der App Home von Apple bereits mit iOS 10, mit iOS 11 stehen sie endlich auch Entwicklern zur Verfügung.

Steuerung über Anwesenheit
Lange gefordert und mit iOS 11 endlich verfügbar: Es lassen sich Regeln darauf basierend erstellen, ob Benutzer (oder Gäste) im Haus sind oder nicht. Dazu gibt es die Typen “Der Haus-Eigentümer erreicht oder verlässt das Zuhause”, “Der erste Benutzer (Eigentümer oder Gast) erreicht oder verlässt das Zuhause”. Neben Auslösern bietet iOS 11 auch Anwesenheits-Bedingungen, etwa das Einschalten des Badezimmerlichts – aber nur wenn jemand im Haus ist. Beispiel: „Wenn alle Benutzer (Eigentümer und Gäste) das Haus verlassen haben, schalte alle Lichter und das Entertainment-System aus.“

Automatisches Beenden, Wiederholungen und Updates
Szenen können ab iOS 11 für eine begrenzte Zeit aktiviert werden, etwa Licht an für 10 Minuten. Außerdem gibt es Wiederholungen abhängig vom Wochentag, etwa das Ausschalten von Flurlicht oder der Klimaanlage. Außerdem gibt es einen neuen Auslöser, der nur einmal eine Szene aktiviert und dann aktionslos ruht. Beispiel: Du möchtest, dass der Weihnachtsbaum erleuchtet wird, sobald das nächste mal ein Familienmitglied das Wohnzimmer betritt. Anschließend soll der Weihnachtsbaum aber wieder manuell gesteuert werden.

Airplay 2 und HomeKit
Mit iOS 11 erhält auch Apples Streaming-Technologie AirPlay ein Update auf Version 2. Es wird HomeKit erlauben, mit kompatiblen Audio-Geräten zu kommunizieren. So lässt sich ab iOS 11 etwa eine Szene anlegen, die bei Erreichen deines Zuhause eine Playlist abspielt. Zahlreiche Unternehmen im Audio-Bereich haben bereits Unterstützung für Airplay 2 angekündigt, etwa die Apple-eigene Marke Beats, aber auch Bose, Bang & Olufsen sowie andere Hersteller von Audio-Hardware.

Warten oder ausprobieren
Viele der neuen Funktionen sind schon jetzt für Entwickler und Nutzer der öffentlichen Betaversion von iOS 11 verfügbar. Wir raten allerdings dazu, auf die finale Version von iOS 11 zu warten – bis zur Veröffentlichung vermutlich im Herbst ist es nicht mehr so lange hin. Aktuell können einige der genannten Neuerungen schon in der Home-App von Apple ausprobiert werden. Wie schon vor einem Jahr bei der Vorstellung von iOS 10 wird Elgato auch zeitnah nach der offiziellen Verfügbarkeit von iOS 11 Firmware-Updates und eine Version von Eve mit den genannten Neuerungen kostenlos zur Verfügung stellen.

Elgato Eve
Elgato Eve
Entwickler: Elgato Systems
Preis: Kostenlos
}